Rainer B.

Rainer B. lebte lange Jahre in Belgien, bevor er eine Einreiseserlaubnis für Deutschland, seine Heimat, erhielt. Als Finanztransaktionskünstler, Pädagoge, Profiler, Droschkenkutscher und Leichtmetalldesigner schlug er sich schon durchs Leben, bevor er wußte: seine wahre Bestimmung ist das Theater.

Eher zufällig gelangte er an die Bühne, als er auf der Suche nach einer Probe  einen Yoga-Kurs störte. Er bemerkte seinen Fehler erst nach der Premiere, hängte die Yogamatte an den Nagel und spielte seit dem in 37 Stücken mit hohem Fremdschämfaktor. Bei seinen Rollen sucht er nach der Tragik, der Verbindung der Figuren, ihrem Stand in der Gesellschaft und seinem Text. Für eine Aufführung am kölner Hauptbahnhof hätte man ihn beinahe verhaftet und seine Darbietung als Obdachloser auf einem Horror-Festival brachte ihm eine Nacht in Polizeigewahrsam ein.

Doch, so Rainer, das ist der Preis, den man als Star bezahlen muß.